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DYNAFIT

SKITOUREN MIT KINDERN

20.12.2018
Autor: Walter Zörer, Berg- und Skiführer, Sachverständiger | mc2alpin
Schnee auf den Bäumen, glitzernde Hänge, blauer Himmel – ein Wintertraum. Für uns Erwachsene, aber – vor allem – auch für unsere Kinder! Diese sind noch viel offener für Natureindrücke und Spiel als wir, die wir vom sogenannten „Ernst des Lebens“ viel zu sehr vereinnahmt sind. Allen Unkenrufen zum Trotz kann die Generation Facebook und Xbox mit dem Spiel und der Auseinandersetzung mit der Natur sehr viel anfangen: es braucht nur Eltern, die ihnen diese Spielwiese eröffnen und einen gewissen Freiraum zulassen. Dazu gehört ebenso die Vermittlung der Regeln, welcher dieses Spiel bedarf, um es auf einem verantwortbaren Risikolevel zu spielen.
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Das Bewegen im winterlichen alpinen Gelände erfordert ein Grundmaß an persönlichem Eigenkönnen und Wissen. Bis heute können wir die Gefahren, welche vom Schnee ausgehen, nur „managen“, hundertprozentige Sicherheit gibt es keine. Daher sollten Eltern, welche im alpinen Raum mit Kindern auf Skitour gehen, eine profunde Kenntnis besitzen oder sich sonst lieber einem Berg – und Skiführer anvertrauen. Wem dies zu viel ist, kann immer noch mit ein paar netten Pistentouren anfangen, welche vor alpinen Gefahren gesichert sind. Hier hat man sogar den Vorteil, dass die Abfahrt auch über eine präparierte Piste möglich ist und somit bereits mit weniger ausgefeiltem Skikönnen eine Tour in Frage kommt.

GOLDENE GRUNDREGELN

Das wichtigste Kriterium für eine erfolgreiche Kinderskitour ist die Tourenplanung. Für die allererste Tour sollten nicht mehr als 30 – 60 Minuten Aufstieg geplant werden, das entspricht in etwa 200 – 300 Höhenmeter. Das Gelände darf nicht zu steil sein, Spitzkehren sind zu vermeiden. Eine gute und ökonomische Spuranlage ist hier besonders wichtig. Oft gibt es im Waldbereich einen alten Forstweg oder ähnliches, auf dem man bequem aufsteigen kann.
 
Die zu erwartende Abfahrt muss dem Skikönnen der Kinder angepasst sein. Wenn noch wenig Erfahrung im Tiefschnee vorhanden ist, lieber eine präparierte Abfahrt nutzen. Die kurzen Skier versinken auch leicht im tiefen Pulverschnee und etwaige Flachpassagen können so schnell zur Spaßbremse werden.
 
Einige Tourenziele bieten den Vorteil einer gemütlichen Hütte am höchsten Punkt. So gibt es schnell eine zusätzliche Motivation für die Kinder, wenn der Kaiserschmarrn oben schon wartet! Die Aufstiegszeit ist egal, nehmen Sie sich den ganzen Tag Zeit, planen Sie kleine Pausen mit einem Schluck „Kraft-Tee“ und einer Stärkung ein.
Der Weg und der Spaß stehen im Vordergrund.
© Walter Zörer © Walter Zörer © Walter Zörer

AUSRÜSTUNG FÜR DIE KLEINSTEN

Die richtige Ausrüstung ist immer so ein Thema. Einerseits sollten die kleinsten und jüngsten Alpinisten die leichteste und beste Ausrüstung haben. Andererseits ist das Geldbörserl von Mama und Papa auch nicht unbegrenzt belastbar.
Und vielleicht gefällt dem Kind das Tourengehen nicht und alles wurde umsonst gekauft?
Starten wir also lieber in ein paar Stufen. Für die ersten Versuche, und das geht ohne weiteres schon ab einem Alter von fünf bis sechs Jahren, reichen die Pistenschuhe (Dreischnaller sind besser anzupassen als Heckeinsteiger) und Pistenskier. Dazu kauft man einen Bindungseinsatz (contour startUp), mit dem die Kinder tadellos aufsteigen können. Dieser wird, oben angekommen, einfach aus der Bindung genommen und im Rucksack der Eltern verstaut. Als Fell kann zunächst sicher ein altes Skitourenfell der Eltern mit einem Cutter auf die kleinen Skier zugeschnitten werden. Ein reines Klebefell genügt, hier muss kein Spanner drauf. Zugegeben, dies ist nicht die perfekte Variante Leichtgewicht, aber sicher der beste Kompromiss für die ersten kleinen Touren. 

Wenn alles klappt und es gelingt, den Kindern den Spaß am Skitourengehen weiterzugeben, wird es Zeit für den nächsten Ausrüstungsschritt. Eine Tourenbindung mit Skistopper muss her. StepIn Bindungen mit Größe S passen hier bereits häufig, leider ist die Z-Zahl zum Teil nicht so weit nach unten einzustellen, dass es kindgerecht wäre. Einzig der Hersteller HAGAN bietet zur Zeit bereits eine eigene Junior Bindung, die den Sicherheitsansprüchen Rechnung trägt. Die Bindung wächst über einige Jahre mit und kann meist bis ins Jugendalter verwendet werden. PIN Systeme sind an sich optimal, weil leicht und auf jede Größe zu montieren. Die Z-Zahl ist auch hier ein Thema. Einzig der Schuh setzt uns Grenzen, da ab jetzt unbedingt ein Tourenskischuh mit PIN Inserts notwendig ist.
 
Als Ski kann man gut den Pistenski des Vorjahres verwenden, da die kürzere Länge im Gelände und Tiefschnee sowieso besser ist und der Ski schon im Keller steht. Generell gilt für die Skilänge: lieber zu kurz als zu lang. Bitte auf keinen Fall Mama’s alte Ski oder ähnliches nehmen, auch wenn das Kind damit auf der Piste schon irgendwie runterrutschen kann. Ein zu langer Ski nimmt die Freude und lernt eine fehlerhafte Fahrweise an, nebenbei wiegt jeder Zentimeter Ski ja auch was und muss getragen werden. Das Fell kann auch ruhig mal 20 cm zu lang sein und am Skiende umgeschlagen werden. Dann passt es dafür im nächsten Jahr auch noch gut.
 
Bei Pistentouren darf natürlich der Helm nicht fehlen. Im Gelände macht er auch Sinn, als Pflicht würde ich es aber nicht sehen. Wir machen das immer von den Verhältnissen und der Tour abhängig. Ohnehin sollte auf Skitour eher etwas verhaltener gefahren werden. Die Tücken des Geländes und die möglicherweise schwierige Rettung bedingen im Tourenskilauf für jeden, egal ob Kind oder Erwachsener, eine etwas moderatere Fahrweise. Stürze sind nicht unbedingt anzustreben, auch wenn sie sich nicht immer vermeiden lassen.
 

AUSRÜSTUNGSEMPFEHLUNGEN

Skitourenadapter contour

CONTOUR startUp Skitourenadapter


Er lässt sich mit wenigen Handgriffen auf die passende Größe von 245 bis 305 mm Sohlenlänge einstellen und in die Alpinbindung einsetzen. Nach dem Einsteigen mit dem Skischuh ist ein bequemer Aufstieg mit Fellen möglich. Die aufklappbare Steighilfe erleichtert steile Anstiege. Für die Abfahrt einfach im Rucksack verstauen.

Der Adapter ist für Kinder von ca. 6 bis 12 Jahren geeignet. Gewicht nur ca. 840 g/ Paar.
Preis: ca. € 99,-
 

www.kochalpin.at

Skitourenbindung Kinder Hagan

HAGAN Bindung Z02 Junior


Die Sicherheit der Kids sollte auf einer Skitour im Mittelpunkt stehen. Daher gibt es nun die Hagan Z02 in einer XS Junior Variante. Kürzere Sohlenlänge und eine Z-Zahl von 2-7 sorgen dafür, dass die Bindung auf Gewicht, Körpergröße und skifahrerisches Können normgerecht eingestellt werden kann. Die Bindung wird inklusive Fangriemen geliefert.

HAGAN Z Bindungen dürfen ausschließlich nur mit Alpinschuhen gemäß ISO standard 5355 Typ A und mit Tourenskischuhen gemäß ISO standard 9523 benutzt werden! Kinderschuhe dürfen NICHT verwendet werden! Nur Juniorschuhe, die den oben angegebenen Normen entsprechen sind kompatibel mit der Z02 Junior.
Preis: ca. € 279,-
 
Dynafit Skitourenski Kinde

DYNAFIT SL 80 SKI


Der SL 80 – SL steht für Short & Light – wurde mit Blick auf die besonderen Anforderungen und die Anatomie der jungen Skitouren-Freunde entwickelt und soll
ihnen einen unkomplizierten Einstieg in die Welt des Tourengehens ermöglichen.

Erhältlich ist der leichtgängige SL 80 in vier Längen und bereits ab 129 Zentimeter. Mit seiner Skimitte von 80 Millimetern punktet das Modell dabei durch sein optimal ausbalanciertes Verhältnis von Gewicht und Fahrvermögen. Bei einer Länge von 129 cm (930 Gramm) und 139 cm (990 Gramm) bringt der SL 80 weniger als 1 kg Gewicht auf die Waage, verhält sich aber dennoch laufruhig und stabil.

Preis: ca. € 400,-
 

NOTFALLAUSRÜSTUNG

Sobald Skitouren im freien Gelände stattfinden, ist ein LVS Gerät natürlich Pflicht. Nebenbei lockern Lawinensuchspiele den Tag immer nett auf und die Kinder lernen den Umgang mit den Geräten im Handumdrehen. Dabei erschließen sich ihnen auch zugleich die Gefahren, welche im Winter draußen lauern und sie bekommen frühzeitig ein gesundes Bewusstsein zum Lawinenrisiko.
 
Sport – und Skibrille sowie gute Kleidung sind sowieso Standard für alle, die im Winter draußen sind. Hier lohnt sich die warme Daunenjacke besonders, da auf so manchem Gipfel schon mal ein frostiges Lüftchen blasen kann. Mit warmer Jacke, Mütze und Handschuhen lässt sich dem aber leicht trotzten.
 
So ausgestattet und mit der richtigen Tourenplanung können Kinder schon sehr früh auf Skitour unterwegs sein, und mit jedem Jahr werden die Touren automatisch mehr und etwas länger. 
Eine Familienskitour ist sicher etwas vom Schönsten, was man als Ausflug im Winter unternehmen kann.
Ein unvergessliches Erlebnis, für Groß und Klein!

Kategorie:     ALPINFORUM

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Bei der Alpinmesse kann sich der Bergsportler direkt bei den Herstellern beraten und informieren, welches Produkt für ihn das Passende ist. Diese Möglichkeit - sich an einem Wochenende und unter einem Dach zu informieren und zu vergleichen - ist einmalig. 
 

Anfangs mit Skepsis betrachtet - heute die wichtigste Messe für Bergsportler im deutschsprachigen Raum!
 
Fotos​ ©  Dynafit, Walter Zörer, Contour, Hagan, ProteGear.com, Simon Rainer, Salewa
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