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ALPINFORUM

Samstag, 09. November 2019    NEU!  09 - 15 Uhr      Messe Innsbruck, Forum 2
Alpinforum, Alpinmesse, Klettern


PROGRAMM / REFERENTEN

                 RECHT AUF RISIKO - RECHT AUF RETTUNG

BLOCK 1 / 09 - 11 UHR / FORUM 2
ERÖFFNUNG
Karl Gabl, Präsident Österreichisches Kuratorium für Alpine Sicherheit
RECHT AUF BERGRETTUNG! QUO VADIS?
Klaus Burger (Jurist und Einsatzleiter der Bergrettung in Bayern)
RECHT AUF RETTUNG ODER EINSATZABBRUCH? Ein Einsatzleiter der Bergrettung gibt Lösungsansätze
Andreas Eder (Einsatzleiter der Bergrettung Mayrhofen)
RISIKEN EINGEHEN UM SICHERHEIT ZU GEWINNEN. Aus Sicht des Breitensportlers
Mario Amann (Geschäftsführer Sicheres Vorarlberg)
RECHT AUF RISIKO AUS SICHT DES EXTREMSPORTLERS
Alexander Huber (Extrembergsteiger)
PODIUMSDISKUSSION - "RECHT AUF RISIKO, RECHT AUF RETTUNG"
Anton Mattle, Alexander Huber, Klaus Burger, Andreas Eder, Mario Amann, Florian Phleps
MITTAGSPAUSE

        NEUES AUS DER FORSCHUNG - FÜR DIE PRAXIS

BLOCK 2 / 13 - 15 Uhr / FORUM 2
SICHERHEIT IN KLETTERHALLEN. Unfallmuster & Risikokultur
Julia Janotte (DAV Sicherheitsforschung)
SCHNITTFESTIGKEIT VON KLETTERSEILEN
Daniel Gebel (EDELRID F&E) & Philippe Westenberger (EDELRID Produktabteilung)
NEUES IN DER LAWINENKUNDE? Von der Lawinenauslösung zur Tourenplanung
Jürg Schweizer (Leiter des SLF und Sachverständiger)
WIE KÖNNEN BERGKAMERADEN LEBEN RETTEN? Lebenswichtige Erkenntnisse in der Lawinenmedizin
Bernd Wallner (Notarzt, Expeditionsarzt, ausgebildeter Alpin- und Höhenmediziner)
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PROGRAMM IM DETAIL & REFERENTEN

AUSZEICHNUNG

für außerordentliche Verdienste im Bereich der alpinen Sicherheit.
 
Peter ASCHAUER: Gründer (80er Jahre) der Firma ABS „Avalanche Balloon Secutem“ (ABS. Der Lawinenairbag), Betriebswirt, selbstständiger Unternehmer, passionierter Segler
 
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BLOCK 1 / RECHT AUF RISIKO - RECHT AUF RETTUNG

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RECHT AUF BERGRETTUNG! QUO VADIS?

Risikomanagement und Rettung sind in fachlicher und rechtlicher Hinsicht untrennbar verzahnt. Die Rechtsgrundlagen der Bergrettung in Bayern belegen, dass kein Anspruch auf Rettung bei einem nicht akzeptablen Risiko für die Einsatzkräfte besteht.
 
Der Anspruch auf Bergrettung wird durch die gesetzlich normierte und damit sogar mit straf- und haftungsrechtlichen Risiken behaftete Fürsorgepflicht der Einsatzleitung limitiert, was zu einem rechtlich belastbaren Risikomanagement zwingt.
 
Im Rahmen der Risikobeurteilung eröffnet sich für die Einsatzleitung ein Beurteilungsmaßstab, der die  Umstände im Zeitraum und in der Situation des Einsatzgeschehens mit all dem bekannten Zeitdruck, Entscheidungsdruck und den aktuell nicht abzuklärenden tatsächlichen Gegebenheiten berücksichtigt.
Klaus Nik Burger
KLAUS BURGER
Dr. Klaus (Nik) Burger ist Direktor des Amtsgerichts im Berchtesgadener Land, Alpinist und Regionalleiter der Bergwacht Chiemgau, öffentlich-rechtlich bestellter Einsatzleiter Bergrettung, aktiver Berg- und Flugretter, und war langjähriger 1. Vorsitzender des Deutschen Gutachterkreises für Alpinunfälle, -  mit Publikationen auch in Österreich zum Risikomanagement im Bergsport.
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RECHT AUF RETTUNG ODER EINSATZABBRUCH?

EIN EINSATZLEITER DER BERGRETTUNG GIBT LÖSUNGSANSÄTZE
Die Bergrettung ist stets und jederzeit im Einsatz – an 365 Tagen ist sie rund um die Uhr verfügbar und schnellstmöglich am Unfallort, um zu helfen.

Zu Beginn einer jeden Rettungsaktion steht die Frage: Kann der Einsatz unter den gegebenen Voraussetzungen durchgeführt werden oder lässt die Situation keine Rettungsmaßnahmen zu? Die Entscheidung darüber trifft der jeweilige Einsatzleiter. Seine Aufgaben sind vielseitig und er trägt die volle Verantwortung für sein Handeln. Wann muss ein Einsatz abgebrochen werden, welche Kriterien sind entscheidend und welche Risikofaktoren sind zu berücksichtigen, wenn es um die Rettung eines Menschenlebens geht?

Wechselt man die Perspektive, lohnt sich auch der Blick auf die Konsequenzen und Folgen, mit denen ein Bergsportler zu rechnen hat, wenn er sich ganz bewusst in eine lebensbedrohliche Lage bringt.

Zwei Rettungseinsätze aus dem Winter 2018/2019 dienen als Grundlage für ein Gespräch über Entscheidungsprozesse, Risikofaktoren und den daraus resultierenden Konsequenzen. Ist die Bergrettung verpflichtet, jeden zu retten? Sollte es Strafen für definierte Verhaltensmuster von Bergsteigern geben? Im Vortrag werden Antworten gefunden und Lösungsansätze diskutiert.
Andreas Eder

ANDREAS EDER
Andreas Eder ist Obmann und Einsatzleiter der Bergrettung Mayrhofen und seit mittlerweile 20 Jahren bei der Bergrettung.
Als selbständiger Sporttherapeut betreibt Andreas eine Praxis für Massage, Physiotherapie und Training im Bereich Personaltraining sowie Leistungsdiagnostik.
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RISIKEN EINGEHEN UM SICHERHEIT ZU GEWINNEN

AUS SICHT EINES BREITENSPORTLERS


Über die Bergkuppe geschaut: Unfallrisiken begegnen uns in allen Lebensphasen und Lebensbereichen. Egal ob als Kind beim Spielen oder auf dem Schulweg oder als Erwachsener beim Arbeiten oder beim Sporteln.
 
Aber wie wirken sich Risiken auf unser tägliches Leben aus und wie kommt es, dass ein bewusstes Eingehen von Risiken für die Unfallprävention hilfreich ist? Wir werden uns auch der Frage stellen, ob Unwissenheit und die falsche Einschätzung einer Situation auch gleich Leichtsinn ist? Wie verhält sich das mit der Eigenverantwortung - kann von einem Menschen nicht verlangt werden, keine „gröberen“ Fehler zu machen? Einige Fragen versuchen wir in diesem Vortrag zu beantworten, auch mit dem Risiko, dies nicht zu 100% zu schaffen.
Mario Amann


MARIO AMANN
Mario Amann ist seit der Älplerzeit als Kind immer in den Bergen unterwegs. Der ehemalige Mountainbikeprofi ist nunmehr Geschäftsführer von Sicheres Vorarlberg.
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RECHT AUF RISIKO AUS SICHT DES EXTREMSPORTLERS

Alexander Huber, deutscher Profibergsteiger und Extremkletterer sowie staatlich geprüfter Berg- und Skiführer, erlaubt einen tiefen Blick hinter die Kulissen. Die Berge weltweit lehrten ihn, den Umgang mit der Extreme und dem Risiko. Seine Einstellung dazu wuchs mit seinen alpinen Erfahrungen – auch mit Unfällen, die er überlebte. Solobegehungen an den Drei Zinnen zählen zu den Highlights seiner Extremkletter-Karriere. 

Gibt es Momente der Angst, wenn der 50-jährige Berchtesgadener in eine riskante Route einsteigt? Wie stark ist der Erfolgsdruck seitens seiner Sponsoren? Welchen Einfluss hat seine Familie auf die Realisierung eines Projekts oder die Entscheidung dagegen? Welche Risikofaktoren bezieht er in eine Analyse ein?
 
Alexander Huber stellt sich diesen Fragen seit Beginn seiner vertikalen Laufbahn. Er gibt Antworten und schenkt Diskussions-Grundlagen – auch zu der ganz wesentlichen, grundsätzlichen Frage: Hat er und alle Gleichgesinnten ein Recht auf Risiko und ein Recht auf Rettung?
Alexander Huber

ALEXANDER HUBER
Alexander Huber, der jüngere der zwei „Huber-Buam“, ist weltbekannter Profibergsteiger mit Hang zur Extremen in der Vertikalen. Neben unzähligen herausragenden Projekten realisierte der Berchtesgadener Free Solo-Begehungen. Er zählt zu jener Riege der Bergsportler, die wie keine Zweite, das Risiko sucht und den Umgang damit professionalisiert hat.
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PODIUMSDISKUSSION

"RECHT AUF RISIKO, RECHT AUF RETTUNG" mit Statements von


Anton Mattle               (Landtagsvizepräsident und LLStv. der Bergrettung Tirol)
-  Alexander Huber       (Extrembergsteiger)
Klaus Burger               (Jurist und Einsatzleiter der Bergrettung in Bayern)
-  Andreas Eder              (Einsatzleiter der Bergrettung Mayrhofen)
-  Mario Amann              (Geschäftsführer von Sicheres Vorarlberg)
-  Florian Phleps            (Jurist und Geschäftsführer der Tirol Werbung)
 


BLOCK 2 / NEUES AUS DER FORSCHUNG - FÜR DIE PRAXIS

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SICHERHEIT IN KLETTERHALLEN 

UNFALLMUSTER UND RISIKOKULTUR


Die Kletterhalle ist ein Ort an dem das Gefahrenpotential im Vergleich zum alpinen Raum durch strukturierte Maßnahmen der Hallenbetreiber recht gering gehalten werden kann. Das Ziel eines jeden Hallenbetreibers dürfte „Zero accident“ heißen und auch die meisten Kletterer möchten sich in der Halle keinem unnötigen Risiko aussetzen.
 

Mit dem Kletterhallenboom und den steigenden Besucherzahlen in den vergangenen Jahren wächst auch die Herausforderung, ein sicheres Umfeld zu bieten, ohne dabei Verbote und Überreglementierung zu schaffen. Die DAV Sicherheitsforschung hat sich in den letzten Jahren intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und diverse Verhaltens- und Beobachtungsstudien durchgeführt, zudem führt sie seit 2012 eine Kletterhallenunfallstatistik.
 

Lassen sich bestimmte Unfallmuster aus der Unfallstatistik ableiten? Welche Verhaltensfehler treten am häufigsten auf? Wann und wo treten Verhaltensfehler auf und führen diese dann auch zu Unfällen? Können Hallenbetreiber und die Kletter-Community darauf Einfluss nehmen?

Basierend auf den Antworten dieser Fragen wurden  Vorschläge zur Gestaltung einer positiven Risikokultur in Kletterhallen entwickelt, um Unfälle möglichst zu vermeiden und dabei den Kletterern trotzdem einen eigenverantwortlichen Handlungsspielraum zu erhalten.

Julia Janotte - Alpinforum 2019


JULIA JANOTTE
Julia studierte Sport und Leistung an der Deutschen Sporthochschule Köln. Die Trainerin im Sportklettern ist seit 2016 Mitarbeiterin in der DAV Sicherheitsforschung.  
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SCHNITTFESTIGKEIT VON KLETTERSEILEN

Eine etablierte Annahme im Bergsport ist, dass Kletterseile nicht reißen. Werden mechanische, thermische und chemische Vorschädigung ausgeschlossen, ist diese Annahme immer noch nur dann korrekt, wenn das Seil nicht über eine scharfe Kante läuft. Aber wie scharf ist scharf? Wie scharf muss die Kante, wie weit muss der Sturz, wie groß muss das Gewicht sein, damit ein Seil reißt? 

Auf Kletterseilen wird heutzutage die Anzahl der Stürze angegeben, die das Seil in der Normprüfung gehalten hat. Seitdem Seile aber nicht mehr reißen, ist dies ein Wert, der über die Sicherheit eines Seiles nichts aussagt. Auch der Durchmesser beeinflusst die Sicherheit eines Seiles nur geringfügig.

EDELRID hat die Thematik „Schnittfestigkeit von Bergseilen“ über viele Jahre untersucht und ein Testverfahren entwickelt, mit dem die Schnittfestigkeit von Bergseilen geprüft werden kann und gibt in diesem Vortrag Einblick in die Versuche und Ergebnisse.
Daniel Gebel, Edelrid

DANIEL GEBEL 
Daniel arbeitet seit 12 Jahren bei EDELRID und leitet heute die Abteilung Forschung und Innovation. Er ist staatlicher Bergführer, Mitglied im Bundeslehrteam des Deutschen Alpenvereins und FISAT-Seilzugangstechniker.
Philippe Westenberger
PHILIPPE WESTENBERGER
Philippe arbeitet seit 5 Jahren bei EDELRID und leitet mittlerweile die Produktabteilung. Der Wirtschaftsingenieur (M.Sc.) und frühere Weltenbummler ist in allen Spielarten des Kletterns zu Hause und seit 4 Jahren FISAT-Seilzugangstechniker sowie ausgebildeter SKT-Anwender.
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NEUES IN DER LAWINENKUNDE?

VON DER LAWINENAUSLÖSUNG ZUR TOURENPLANUNG

Die moderne Sicht auf die Lawine betrachtet die Lawinenauslösung als einen Bruchprozess. Auf die Bruchinitiierung folgt die Rissausbreitung. Die Rissausbreitung wiederum entscheidet darüber, wie groß eine Lawine wird und somit welche Konsequenzen eine Auslösung hat. Die Konsequenzen gilt es auch in der Tourenplanung zu berücksichtigen. Dazu gibt es neue Tools, aber auch Herangehensweisen, die helfen das Lawinenrisiko besser einzuschätzen.
Jürg Schweizer
JÜRG SCHWEIZER
Dr. Jürg Schweizer ist langjähriger leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF in Davos mit den Forschungsschwerpunkten Schneemechanik, Lawinenbildung, Schneedeckenstabilität und Lawinenprognose. Seit 2011 ist er Leiter am Institut.
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WIE KÖNNEN BERGKAMERADEN LEBEN RETTEN? 

LEBENSWICHTIGE ERKENNTNISSE IN DER LAWINENMEDIZIN
 

Wird ein Skitourengeher von einer Lawine verschüttet, hängt sein Überleben entscheidend von den Kameraden ab. Doch wie effizient ist diese Laienrettung?

Notfallmediziner von Eurac Research und der Medizinischen Universität Innsbruck haben erstmals die verschiedenen Phasen von der Ausgrabung bis zur Wiederbelebung systematisch untersucht – mit wichtigen Erkenntnissen für die Praxis.
Bernd Wallner

BERND WALLNER 
Bernd ist Allgemeinmediziner, Notarzt sowie ausgebildeter Alpin- und Höhenmediziner und Expeditionsarzt. Neben seiner klinischen Arbeit beschäftigt er sich wissenschaftlich an der Medizinischen Universität Innsbruck und arbeitet am Institut für Alpine Notfallmedizin der Eurac Research in Bozen, Südtirol. 
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MODERATION

Robert Wallner Moderation Alpinforum
ROBERT WALLNER
Dr. Robert Wallner ist langjähriges Mitglied des Österreichischen Kuratorium für Alpine Sicherheit und war von 1988 bis 2000 als Alpinjurist bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck für alle Berg-, Ski- und Lawinenunfälle zuständig. 

Er ist seit 50 Jahren in den Bergen unterwegs und seit 2000 Staatsanwalt in Liechtenstein.
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Foto © Alexander Huber, Klaus Burger, Andreas Eder, Mario Amann, Bernd Wallner, Julia Janotte, Daniel Gebel, Philippe Westenberger, Robert Wallner
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