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Lawinensicherheit: Was jeder Wintersportler wissen sollte
12.01.2026
Lawinen sind eine der größten Gefahren im alpinen Winter. Mit Wissen, Vorbereitung und der richtigen Ausrüstung lässt sich das Risiko deutlich minimieren.
Lawinen – eine unterschätzte Gefahr im Winter
Jedes Jahr ereignen sich in den Alpen zahlreiche Lawinenunfälle, die oft tragisch enden. Besonders Skitourengeher, Freerider und oder aber auch Schneeschuhwanderer sind gefährdet, wenn sie sich abseits gesicherter Pisten und Wege bewegen. Doch mit der richtigen Vorbereitung und einem fundierten Wissen über Lawinenprävention können viele dieser Unfälle vermieden werden.
Die richtige Planung ist entscheidend
Der erste Schritt zur Lawinensicherheit beginnt bereits vor der Tour. Eine gründliche Planung ist unerlässlich, um Risiken zu minimieren. Dabei sollten Wintersportler folgende Punkte beachten:
Lawinenlagebericht prüfen:
Der tägliche Lawinenlagebericht liefert wichtige Informationen über die aktuelle Schneesituation und die Gefahrenstufen. Diese reichen von 1 (gering) bis 5 (sehr hoch). Besonders bei Stufe 3 oder höher ist Vorsicht geboten.Wetterbedingungen analysieren:
Wind, Temperatur und Niederschlag beeinflussen die Stabilität der Schneedecke. Starker Wind kann beispielsweise gefährliche Schneeverfrachtungen verursachen.Route sorgfältig wählen:
Die Wahl der Route sollte sich an der aktuellen Lawinensituation orientieren. Steile Hänge über 30 Grad sind besonders gefährdet und sollten gemieden werden.
Die richtige Ausrüstung rettet Leben
Neben der Planung spielt die Ausrüstung eine zentrale Rolle. Jeder, der sich abseits der Pisten bewegt, sollte folgende Gegenstände mitführen:
Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS):
Ein funktionierendes LVS-Gerät ist unverzichtbar, um Verschüttete schnell zu orten. Wichtig ist, dass alle Teilnehmer einer Gruppe den Umgang damit beherrschen.Sonde und Schaufel:
Diese Werkzeuge sind essenziell, um Verschüttete auszugraben. Eine stabile und leichte Schaufel sowie eine ausreichend lange Sonde sind ideal.Airbag-Rucksack:
Ein Lawinenairbag kann im Ernstfall die Überlebenschancen erhöhen, indem er den Verschütteten an der Oberfläche hält.
Verhalten im Gelände – Vorsicht ist besser als Nachsicht
Selbst mit bester Planung und Ausrüstung bleibt das Verhalten im Gelände entscheidend. Wintersportler sollten folgende Grundregeln beachten:
Abstände einhalten:
Große Gruppen erhöhen die Belastung der Schneedecke. Deshalb sollten Abstände zwischen den Teilnehmern eingehalten werden.Hänge einzeln befahren:
Steile Hänge sollten niemals von mehreren Personen gleichzeitig befahren werden, um das Risiko zu minimieren.Warnzeichen erkennen:
Geräusche wie ein „Wumm“-Laut oder Risse in der Schneedecke sind klare Hinweise auf eine instabile Schneelage.
Was tun im Ernstfall?
Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann es zu einem Lawinenabgang kommen. In diesem Fall zählt jede Sekunde:
Alarmieren:
Der Notruf sollte so schnell wie möglich abgesetzt werden. In Österreich ist die Bergrettung unter 140 erreichbar.Suchen:
Verschüttete sollten innerhalb der ersten 15 Minuten gefunden werden, da ihre Überlebenschancen danach rapide sinken.Bergen:
Mit Sonde und Schaufel wird der Verschüttete vorsichtig ausgegraben. Dabei sollte man darauf achten, Kopf und Brustbereich zuerst freizulegen.
Wissen rettet Leben
Lawinensicherheit ist kein Thema, das man auf die leichte Schulter nehmen sollte. Jeder Wintersportler, der sich abseits gesicherter Pisten bewegt, trägt Verantwortung – für sich selbst und für andere. Regelmäßige Trainings, wie sie von Bergrettungsorganisationen angeboten werden, sind eine hervorragende Möglichkeit, das eigene Wissen zu vertiefen und im Ernstfall richtig zu handeln. Mit der richtigen Vorbereitung, Ausrüstung und einem bewussten Verhalten im Gelände lässt sich das Risiko deutlich reduzieren. So steht einem sicheren und unvergesslichen Wintererlebnis nichts mehr im Weg.
Mehr dazu:
Auf der Alpinmesse werden regelmäßig Workshops abgehalten, die Wissen rund um Tourenplanung, Vorbereitung oder die richtige Anwendung von LVS-Geräten vermitteln.
Bildquelle: stock.adobe.com